Zitate (nicht nur) in Vortrag und Präsentation

Sei­nen Vor­trag und die beglei­ten­de Prä­sen­ta­ti­on mit Zita­ten bekann­ter Drit­ter zu „wür­zen”, ist nicht unüb­li­ch – und fast eben­so häu­fig sinn­los, pein­li­ch oder gar ille­gal. Davon, wie man sinn­voll, rich­tig, ästhe­ti­sch und legal zitiert, han­delt die­ser Arti­kel. Dabei gel­ten die Hin­wei­se die­ses Arti­kels sicher­li­ch nicht nur für das Zitie­ren in Vor­trä­gen und Prä­sen­ta­tio­nen, son­dern auch für viele ande­re Fälle. Für das Zitie­ren in wis­sen­schaft­li­chen Arbei­ten sind diese Hin­wei­se aller­dings ledig­li­ch not­wen­dig, aber kei­nes­falls hin­rei­chend; für die­sen Fall sei auf ein­schlä­gi­ge Zita­ti­ons­richt­li­ni­en und -stan­dards ver­wie­sen.

Sinnvoll zitieren

Auch wenn so man­che mehr oder min­der lau­ni­ge Rede einen ande­ren Ein­druck ver­mit­telt: Nicht jeder Vor­trag, nicht jede Prä­sen­ta­ti­on muss mit Zita­ten gespickt sein. Ein Zitat soll­te einen Sach­ver­halt oder Gedan­ken direkt bele­gen oder einen (meist abstrak­te­ren) Gedan­ken illu­strie­ren – kurz: Es soll­te einen Sinn haben. Alles ande­re ist „Deko­ra­ti­on”​1, über­flüs­sig und poten­ti­ell stö­rend2 – und zu den­ken, Ruhm und Glaub­wür­dig­keit des Urhe­bers eines ledig­li­ch „deko­ra­ti­ven” Zitats wür­den auf einen selbst als Refe­ren­ten quasi „abfär­ben”, ist ein Irr­glau­be. Zita­te, die kein klar erkenn­ba­rer Bestand­teil der Dia­lek­tik oder Rhe­to­rik des Vor­trags sind, wir­ken wie (meist pein­li­che) Fremd­kör­per im Fluss der Argu­men­ta­ti­on3.

Richtig zitieren

Sieht man ein­mal von Marc-Uwe Klings (<http://​www​.mar​cu​we​kling​.de>) „run­ning gag” mit den fal­sch zuge­ord­ne­ten Zita­ten4 ab, ist fal­sches Zitie­ren ein­fach nur unglaub­li­ch pein­li­ch – vor allem, wenn es jeman­dem im Publi­kum auf­fällt! Typi­sch sind hier nach mei­ner Erfah­rung sechs poten­ti­ell sehr unan­ge­neh­me Feh­ler:

  • (Anders als bei Marc-Uwe Kling aus Ver­se­hen) fal­sch zuge­ord­ne­te Zita­te: Der Aus­spruch „Kein Schlacht­plan über­lebt den ersten Feind­kon­takt” stammt bei­spiels­wei­se ent­ge­gen land­läu­fi­ger Mei­nung nicht von Clau­se­witz, son­dern von Molt­ke, und prak­ti­sch alle Vari­an­ten die­ses Zitats sind zudem eine grobe Ver­kür­zung sei­ner eigent­li­chen Äuße­rung5. „Das Bes­se­re ist des Guten Feind” stammt nicht direkt von Vol­taire, son­dern Vol­taire zitiert in sei­nem „Dic­tion­n­ai­re phi­lo­so­phi­que” ein altes ita­lie­ni­sches Sprich­wort6.
  • Grob ver­kürz­te Zita­te – wie in bei­den vor­her­ge­hen­den Bei­spie­len; sie sind durch häu­fi­ges Zitie­ren quasi „abge­schlif­fen”, das län­ge­re und sprach­li­ch kom­ple­xe­re Ori­gi­nal wurde mit der Zeit durch eine oder meh­re­re ver­kürz­te Vari­an­ten ersetzt – m. E. eine Unsit­te und auf jeden Fall als „frei nach …” zu kenn­zeich­nen!
  • Pro­ble­ma­ti­sche Urhe­ber: Gera­de bei aus dem Kon­text geris­se­nen Zita­ten wird oft der eigent­li­che Urhe­ber nicht bedacht. Und so wird so man­che humo­ri­ge Lau­da­tio mit Äuße­run­gen von Kriegs­ver­bre­chern und Mas­sen­mör­dern „gewürzt” – ein übler Bei­ge­schmack ist vor­pro­gram­miert. Dass man eini­ge Per­so­nen gera­de der deut­schen Geschich­te nur in sehr spe­zi­fi­schem (histo­ri­sch-wis­sen­schaft­li­chem) Kon­text zitiert, dürf­te jedem klar sein – im Falle weni­ger bekann­ter Urhe­ber lohnt sich die Recher­che: Wen zitie­re ich da eigent­li­ch und möch­te ich wirk­li­ch mit ihm in Zusam­men­hang ste­hen? Henry Ford bei­spiels­wei­se wird gera­de in (betriebs‑)​wirtschaftlichen Zusam­men­hän­gen gern zitiert – und hat als glü­hen­der Anti­se­mit die „Pro­to­kol­le der Wei­sen von Zion” erst­ma­lig in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten ver­öf­fent­licht.
  • Fal­sche Zita­te: „Warum rülp­set und fur­zet ihr nicht? Hat es euch nicht geschmacket?” stammt mit an Sicher­heit gren­zen­der Wahr­schein­lich­keit nicht von Luther7, ein wun­der­ba­res Bei­spiel dafür, wie selbst­ver­ständ­li­ch fal­sche Zuschrei­bun­gen wer­den kön­nen – und wie wich­tig es ist, jedes Zitat zu über­prü­fen! Sehr „schmücken­den” Urhe­bern wie Ein­stein, Kant oder Goe­the wer­den „gefühlt” mehr Aus­sprü­che zuge­schrie­ben, als sie Zeit ihres Lebens unter kon­ti­nu­ier­li­chem Reden geäu­ßert haben könn­ten – da kann etwas nicht stim­men. Man spricht nicht ohne Grund von „geflü­gel­ten Wort­en”; manch ein Aus­spruch ver­brei­tet sich wie im Fluge – ist aber des­we­gen noch lange nicht rich­tig zitiert! Eine fal­sche Zuschrei­bung wird durch Wie­der­ho­lung (oder gar dadurch, dass sie aus­rei­chend häu­fig in qua­dra­ti­sche Bil­der gepres­st in sozia­len Netz­wer­ken ver­brei­tet wird) nicht rich­ti­ger – und nach mei­nem Ein­druck lohnt sich gera­de bei „selbst­ver­ständ­li­ch gewor­de­nen” Zuschrei­bun­gen die Über­prü­fung.
  • Fal­sch über­setz­te Zita­te: Texte kor­rekt und nicht sinn­ver­zer­rend zu über­set­zen, ist alles ande­re als tri­vi­al – vor allem, wenn ein bereits aus einer ande­ren Spra­che über­setz­ter Text erneut in eine wei­te­re Spra­che über­setzt wird. Das wohl pro­mi­nen­te­ste Bei­spiel dafür ist die „Jung­frau Maria”, die wohl als „junge Frau” ihre lite­ra­ri­sche Kar­rie­re begann8; hier hat ein Über­set­zungs­feh­ler womög­li­ch ein Dogma kon­sti­tu­iert. Nun sind alt­te­sta­men­ta­ri­sche Schrif­ten viel­leicht nicht das beste Bei­spiel, aber das Pro­blem ist den­no­ch exi­stent: Die wenig­sten Red­ner, die ihre Rede mit Zita­ten grie­chi­scher oder römi­scher Phi­lo­so­phen oder Staats­män­ner wür­zen, dürf­ten des Latei­ni­schen oder gar Alt­grie­chi­schen wirk­li­ch mäch­tig sein. In den mei­sten Fäl­len soll­ten sinn­ent­zerr­te Zita­te die­ser Art dem Publi­kum kaum auf­fal­len – einen Blick in eine oder meh­re­re ver­brei­te­te Über­set­zun­gen zu wer­fen, erscheint mir den­no­ch sinn­voll. Pro­ble­ma­ti­sch wird das Thema „Über­set­zun­gen” im Falle des Eng­li­schen – gera­de in der IT häu­fig anzu­tref­fen. Auch hier pas­siert erstaun­li­ch häu­fig Pein­li­ches9 – und das wird deut­li­ch eher bemerkt als im Falle nur frag­men­ta­ri­sch über­lie­fer­ter Vor­so­kra­ti­ker! Aus dem Eng­li­schen würde ich per­sön­li­ch übri­gens gar nicht über­set­zen, Eng­lisch­kennt­nis­se würde ich bei mei­nem (prak­ti­sch immer im IT-Bereich arbei­ten­den) Publi­kum vor­aus­set­zen.
  • In fal­scher Weise aus dem Kon­text geris­se­ne Zita­te: Die wenig­sten Men­schen sind nar­ziss­ti­sch genug, um direkt für die Zita­te-Daten­bank zu spre­chen; jede Äuße­rung steht in einem Kon­text. Etwas zu zitie­ren, heißt zwangs­läu­fig, es mehr oder min­der sanft aus einem Kon­text in einen ande­ren zu „ver­pflan­zen” – und das mög­lich­st, ohne dass dem Zitat damit Gewalt ange­tan, dem Urhe­ber gar Unrich­ti­ges ange­dich­tet wird, oder ein unpas­sen­der Kon­text auf den neuen Inhalt „abfärbt”. Ein­stein bei­spiels­wei­se mit dem gera­de­zu ver­fäl­schend ver­kürz­ten Zitat „Gott wür­felt nicht” eine an einen per­so­ni­fi­zier­ten Gott ange­lehn­te Reli­gio­si­tät anzu­dich­ten, ist ver­mut­li­ch fal­sch; bei den Ori­gi­nal­zi­ta­ten10 geht es viel­mehr um Fra­gen des phy­si­ka­li­schen Deter­mi­nis­mus und sei­ner sehr per­sön­li­chen Gefüh­le zum Inde­ter­mi­nis­mus der Quan­ten­phy­sik. Aus einer Äuße­rung, die auf ein hoch­gra­dig deter­mi­ni­sti­sches Welt­bild hin­weist, einen Hin­weis auf einen (von Ein­stein nach­weis­li­ch abge­lehn­ten11) per­so­ni­fi­zier­ten Gott zu machen, ist gera­de­zu hane­bü­chen. Ein wei­te­res schö­nes Bei­spiel ist Ruth Cohns „Stö­run­gen haben Vor­rang”​12, das in absur­de­ster Weise aus dem Kon­text geris­sen ver­wen­det wird, um die frag­wür­dig­sten Vor­ge­hens­wei­sen in der Mode­ra­ti­on zu recht­fer­ti­gen. Von den bru­tal aus dem Kon­text geris­se­nen Bibel-Zita­ten, aus denen die ver­quer­sten mora­li­schen Impe­ra­ti­ve abge­lei­tet wer­den13, möch­te ich an die­ser Stel­le gar nicht erst anfan­gen.

Ver­mei­den las­sen sich diese Pro­ble­me sehr ein­fach: Prü­fen und über­den­ken Sie jedes Zitat so genau wie mög­li­ch! Was für die wis­sen­schaft­li­che Arbeit gilt (und im Zuge der Über­prü­fung ver­schie­den­ster Pro­mo­tio­nen eigent­li­ch gera­de im Fokus der Öffent­lich­keit sein soll­te), soll­te für jede öffent­li­che Äuße­rung gel­ten – gilt also in leicht abge­schwäch­ter Form auch für Prä­sen­ta­tio­nen und Vor­trä­ge, möch­te man Pein­lich­kei­ten ver­mei­den:

  • Suchen Sie die Quel­le. Fin­den Sie keine eini­ger­ma­ßen zuver­läs­si­ge (Primär‑)​Quelle für das Zitat: Las­sen Sie die Fin­ger davon! Bei der Suche nach Quel­len hilft z. B. das Inter­net Archi­ve (<https://​archi​ve​.org>) oder Goo­gle Books (<https://​books​.goo​gle​.de>). Im Not­fall gibt es dar­über hin­aus in den mei­sten Städ­ten große Gebäu­de mit sehr vie­len Büchern – soge­nann­te Biblio­the­ken. Zitie­ren Sie zudem nicht etwas, was sie nur als Zitat fin­den – es sei denn, die Quel­le ist sehr zuver­läs­sig und sie kenn­zeich­nen das Zitat ent­spre­chend. Übri­gens: Nur, weil das Zitat in Wiki­quo­te (<https://​de​.wiki​quo​te​.org>) zu fin­den ist, ist es noch nicht per se zuver­läs­sig. Fol­gen Sie der Quel­len­an­ga­be in Wiki­quo­te und über­prü­fen Sie auch die­ses Zitat14.
  • Haben Sie die (Primär‑)​Quelle gefun­den, kenn­zeich­nen Sie das Zitat mit die­ser Quel­len­an­ga­be. Falls Sie nicht die kom­plet­te Zita­ti­on auf Ihrer Folie haben möch­ten, soll­ten Sie sie sich für spä­ter z. B. in den Spre­cher­no­ti­zen „mer­ken”.
  • Prü­fen Sie ggf. die Über­set­zung. Soll­ten Sie zufäl­lig nicht der jewei­li­gen Ori­gi­nal­spra­che mäch­tig sein: Ver­glei­chen Sie falls mög­li­ch zumin­dest die deut­sche und die eng­li­sche Über­set­zung des Ori­gi­nals. Und: Über­set­zen Sie nicht mit auto­ma­ti­schen Werk­zeu­gen!
  • Prü­fen Sie Kon­text und Urhe­ber: Passt der Kon­text min­de­stens im über­tra­ge­nen Sinne zu dem, was ich sagen möch­te? Ist der Urhe­ber ein Men­sch, mit dem ich in einer inhalt­li­chen Ver­bin­dung ste­hen möch­te?

All das klingt nach viel Arbeit – und genau das ist es auch! Beschleicht Sie nun das Gefühl, dass dies zu viel Arbeit für das ein­fa­che Zitat ist, das Sie „mal eben kurz” in Ihren Vor­trag inte­grie­ren möch­ten, so ist das ein recht siche­res Zei­chen dafür, dass das Zitat womög­li­ch gar nicht so wich­tig ist, womög­li­ch gar nicht wirk­li­ch etwas zu Ihrem Vor­trag bei­trägt, kei­nen Sinn (s. o.) erfüllt. Ein sinn­haf­tes Zitat lohnt diese Arbeit.

Ästhetisch zitieren

Man kann nicht gleich­zei­tig lesen und zuhö­ren; (viel) Text auf den Prä­sen­ta­ti­ons­fo­li­en ist eher stö­rend als hilf­reich (vgl. hier). Das Zitat ist hier jedoch m. E. eine der sel­te­nen Aus­nah­men: Den (kur­zen) zitier­ten Text für alle sicht- und les­bar zu pro­ji­zie­ren, schafft ähn­li­ch einer Illu­stra­ti­on (vgl. hier) einen wei­te­ren Rezeptions-„Kanal”; gleich­zei­tig zu lesen und zu hören erscheint mir in die­sem Fall sinn­voll – vor allem auch, um sicher­zu­stel­len, dass die­je­ni­gen, die das eigent­li­che Zitat im gespro­che­nen Wort ver­passt haben, den wei­te­ren Aus­füh­run­gen fol­gen kön­nen.

Wie nun aber gestal­te ich die Folie mit dem Zitat?

Glück­li­cher­wei­se erfor­dert ein wört­li­ches Zitat im Deut­schen eine Reihe von typo­gra­phi­schen Kenn­zeich­nun­gen (zur Typo­gra­phie in Prä­sen­ta­tio­nen vgl. hier), die sich wun­der­bar gestal­te­ri­sch ver­ar­bei­ten las­sen:

  • Deutsche Anführungszeichen – Französische Guillemets und ChevronsDas Zitat selbst wird durch Anfüh­rungs­zei­chen ein­ge­schlos­sen – ob hier die „klas­si­schen” deut­schen Anfüh­rungs­zei­chen („Gän­se­füß­chen”), halbe Anfüh­rungs­zei­chen oder die fran­zö­si­schen Guil­le­mets bzw. Chev­rons Ver­wen­dung fin­den, ist weit­ge­hend dem Geschmack des Ver­fas­sers über­las­sen. „Dumme” „Schreibmaschinen”-Anführungsstriche („dumb quo­tes”​15) zu ver­wen­den, ist übri­gens typo­gra­phi­sch fal­sch und in den mei­sten Schrift­ar­ten aus­ge­spro­chen unäs­the­ti­sch – vgl. hier­zu die umfang­rei­chen Aus­füh­run­gen von Chri­sto­ph Koeber­lin unter <http://​typefacts​.com/​a​r​t​i​k​e​l​/​g​r​u​n​d​l​a​g​e​n​/​a​n​f​u​e​h​r​u​ngszeichen>. Zita­te in Zita­ten wer­den übri­gens durch belie­bi­ge Mischun­gen unter­schied­li­cher Anfüh­rungs­zei­chen dar­ge­stellt; der Duden emp­fiehlt deut­sche Anfüh­rungs­zei­chen und halbe Anfüh­rungs­zei­chen.
  • Auslassungspunkte Ellipse EllipsisAus­las­sun­gen wer­den durch Aus­las­sungs­punk­te gekenn­zeich­net; Anmer­kun­gen und Ergän­zun­gen des Zitie­ren­den wer­den eben­so wie die Aus­las­sungs­punk­te in ecki­ge Klam­mern ein­ge­schlos­sen. Aus­las­sungs­punk­te sind übri­gens nicht ein­fach nur drei auf­ein­an­der­fol­gen­de Punk­te, son­dern eine eigen­stän­di­ge Gly­phe. Zur (durch­aus nicht tri­via­len) Frage, wann vor oder nach Aus­las­sungs­punk­ten ein Leer­zei­chen erfor­der­li­ch ist, fin­det sich im deutsch­spra­chi­gen Wiki­pe­dia-Arti­kel eine schö­ne Zusam­men­fas­sung.

Glück­li­cher­wei­se ersetzt Power­Point Anfüh­rungs­stri­che, drei auf­ein­an­der­fol­gen­de Punk­te und zum Bei­spiel auch Binde- bzw. Gedan­ken­stri­che16 in den mei­sten Situa­tio­nen auto­ma­ti­sch durch ihr kor­rek­tes typo­gra­phi­sches Äqui­va­lent.

Das „Spie­len” mit die­sen typo­gra­phi­schen Ele­men­ten eröff­net unend­li­che Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten – unter (in die­sem ein­deu­ti­gen Fall m. E. legi­ti­mem) Weg­las­sen des schlie­ßen­den Anfüh­rungs­strichs ergibt sich bei­spiels­wei­se fol­gen­des recht typi­sche Foli­en­de­si­gn:

Beispiel-Folie Zitat – Schopenhauer über das zitiert werden

Man beach­te: Urhe­ber und Quel­le17 sind zwar nicht exakt ange­ge­ben, aber zumin­dest in nach­voll­zieh­ba­rer Form gekenn­zeich­net.

Ein­schlä­gi­ge Vor­la­gen-Biblio­the­ken für Power­Point bie­ten unter­schied­lich­ste Vor­la­gen für Zita­te (im Eng­li­schen: „Quo­tes”; Goo­gle-Bil­der­su­che nach „Power­Point Quote”); las­sen Sie sich inspi­rie­ren! Wich­tig bei der Gestal­tung der Folie sind m. E. drei Dinge:

  • Das Zitat soll­te ein­deu­tig als sol­ches gekenn­zeich­net, …
  • … in gut les­barer Schrift­grö­ße gesetzt und …
  • … mit einer nach­voll­zieh­ba­ren Urhe­ber- und Quel­lenan­ga­be ver­se­hen sein.

Legal zitieren

Was sich für Bil­der in Prä­sen­ta­tio­nen bereits her­um­ge­spro­chen hat, gilt ana­log auf für sprach­li­che Äuße­run­gen: Sie unter­lie­gen dem Urhe­ber­recht (§ 51 UhrG, vgl. hier). Ohne an die­ser Stel­le eine Rechts­be­ra­tung begin­nen zu wol­len – dazu bin ich weder qua­li­fi­ziert noch berech­tigt – sei auf Fol­gen­des hin­ge­wie­sen:

  • Ein Zitat muss gekenn­zeich­net wer­den und …
  • … darf auf kei­nen Fall ver­än­dert wer­den.

Dar­über hin­aus sind – für Prä­sen­ta­tio­nen weni­ger rele­vant – Groß­zi­ta­te nur in wis­sen­schaft­li­chen Wer­ken zuläs­sig. Auf der siche­ren Seite ist man natur­ge­mäß, falls das Urhe­ber­recht bereits erlo­schen (also die Regel­schutz­fri­st abge­lau­fen) ist – für Über­set­zun­gen kann hier­bei aller­dings ein womög­li­ch um hun­der­te Jahre ande­rer Frist­be­ginn gel­ten als für das Ori­gi­nal. Eine im Ver­gleich zu die­sen kur­zen Aus­füh­run­gen deut­li­ch qua­li­fi­zier­te­re und umfang­rei­che­re Dar­stel­lung der Rechts­la­ge nebst einer auch für Nicht-Juri­sten hand­hab­ba­ren Check­li­ste fin­det sich übri­gens unter <http://​rechts​an​walt​-schwen​ke​.de/​t​e​x​t​e​-​r​i​c​h​t​i​g​-​z​i​t​i​e​r​e​n​-​s​t​a​t​t​-​p​l​a​g​i​i​e​r​e​n​-​a​n​l​e​i​t​u​n​g​-​m​i​t​-​c​heckliste/>.

Spar­sam und gezielt ein­ge­setzt kön­nen Zita­te nicht nur Fak­ten bele­gen, son­dern einen Vor­trag und eine Prä­sen­ta­ti­on wun­der­bar berei­chern – anre­gend „wür­zen”. Sie ähneln dabei weni­ger dem (fast immer not­wen­di­gen) Salz, son­dern viel­mehr einem exo­ti­schen Gewürz, das gezielt, rich­tig ver­ar­bei­tet und in der rich­ti­gen Menge ein­ge­setzt einen wert­vol­len Bei­trag zum Gesamt­er­leb­nis lei­sten kann.

Fuß­no­ten:

  1.  Ana­log zu mei­nen Über­le­gun­gen zum Visu­el­len.
  2.  Und ja, ich weiß. Auch ich kann – u. a. hier im Blog – der Ver­su­chung nicht immer wider­ste­hen.
  3.  Und sind übri­gens poten­ti­ell nicht durch das Urhe­ber­recht gedeckt, siehe unten.
  4.  Vgl. u. a. <http://​www​.mar​cu​we​kling​.de/​w​e​r​k​e​/​#​d​e​r​-​f​a​l​s​c​h​e-kalender>.
  5.  Im Ori­gi­nal: „Kein Ope­ra­ti­ons­plan reicht mit eini­ger Sicher­heit über das erste Zusam­men­tref­fen mit der feind­li­chen Haupt­macht hin­aus.” Vgl. <https://​de​.wiki​quo​te​.org/​w​/​i​n​d​e​x​.​p​h​p​?​t​i​t​l​e​=​H​e​l​m​u​t​h​_​K​a​r​l​_​B​e​r​n​h​a​r​d​_​v​o​n​_​M​o​l​t​k​e​&​a​m​p​;​o​l​did=491470>.
  6.  Im Ori­gi­nal: „Il meglio è l’inimico del bene.” bzw. „Das Bes­se­re ist der Feind des Guten.” Vgl. <https://​de​.wiki​quo​te​.org/​w​/​i​n​d​e​x​.​p​h​p​?​t​i​t​l​e​=​V​o​l​t​a​i​r​e​&​a​m​p​;​o​l​did=492955>.
  7.  Vgl. u. a. <http://​www​.zeit​.de/​2​0​0​1​/​0​6​/​2​0​0​1​0​6​_​s​t​i​m​m​t​s​_​luther.xml>. Luthers Werk gehört zu den am besten erforsch­ten Wer­ken über­haupt – dass das Zitat dort nicht nach­weis­bar ist, ist ein ziem­li­ch ein­deu­ti­ges Zei­chen für eine fal­sche Zuschrei­bung.
  8.  Vgl. z. B. die zusam­men­fas­sen­de popu­lär­wis­sen­schaft­li­che Dar­stel­lung unter <http://​www​.welt​.de/​k​u​l​t​u​r​/​a​r​t​i​c​l​e​3​1​0​0​2​1​4​/​U​e​b​e​r​s​e​t​z​u​n​g​s​f​e​h​l​e​r​-​m​a​c​h​t​e​-​M​a​r​i​a​-​z​u​r​-​J​u​n​gfrau.html>.
  9.  Vgl. bspw. <http://​www​.heise​.de/​m​a​c​-​a​n​d​-​i​/​m​e​l​d​u​n​g​/​S​i​l​i​k​o​n​-​u​n​d​-​S​p​r​e​n​g​s​t​o​f​f​-​U​e​b​e​r​s​e​t​z​u​n​g​s​f​e​h​l​e​r​-​i​n​-​J​o​b​s​-​B​i​o​g​r​a​f​i​e​-​1​4​18764.html>. „Sili­con” ist ein wirk­li­ch pein­li­cher „false friend”.
  10.  Vgl. <https://​de​.wiki​quo​te​.org/​w​/​i​n​d​e​x​.​p​h​p​?​t​i​t​l​e​=​A​l​b​e​r​t​_​E​i​n​s​t​e​i​n​&​a​m​p​;​o​l​did=492322>
  11.  Vgl. <https://​de​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​A​l​b​e​r​t​_​E​i​n​s​t​e​i​n​#​E​i​n​s​t​e​l​l​u​n​g​_​z​u​r_Religion>.
  12.  Vgl. <https://​de​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​T​h​e​m​e​n​z​e​n​t​r​i​e​r​t​e​_​I​n​t​e​r​a​k​t​i​o​n​#Postulate>.
  13.  Nach mei­nem Ein­druck beson­ders häu­fig, indem ein­zel­ne Wör­ter mehr oder min­der frag­wür­di­ger Über­set­zun­gen von Men­schen ohne Alt­grie­chi­sch- und Hebräi­sch-Kennt­nis­se und ohne jede alt­phi­lo­lo­gi­sche Vor­er­fah­rung auf eine (schlecht geeich­te) Gold­waa­ge gelegt wer­den.
  14.  Nicht ohne Grund zitie­re ich Wiki­quo­te hier aus­schließ­li­ch mit Per­man­ent­links; die jeweils rele­van­ten Zita­te in der zitier­ten Arti­kel-Ver­si­on habe ich über­prüft.
  15.  Vgl. <http://​smart​quo​tes​fors​mart​peop​le​.com/>.
  16.  Zum Unter­schied zum Bin­de­strich siehe <http://​typefacts​.com/​a​r​t​i​k​e​l​/​g​r​u​n​d​l​a​g​e​n​/​b​i​n​d​e​s​t​r​i​c​h​-​g​e​d​a​nkenstrich>.
  17.  Scho­pen­hau­er, Arthur: Parer­ga und Para­lipo­mena: klei­ne phi­lo­so­phi­sche Schrif­ten, Band 2, 2. Aufl. Ber­lin: A. W. Hahn 1862. S. 583.

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