Von „5W“ ist ja häufig die Rede, nicht zuletzt als „5 Why“ im Kontext des Toyota Production Systems (TPS),„leaner“ Methoden und des Qualitätsmanagements im Allgemeinen. Über das reine doch recht repetitive „Why?“ bzw. „Warum?“ hinaus gibt es die „5W“ aber auch als Methode des Erfragens von Informationen – „Was?“, „Wer?“, „Warum?“, „Wo?“ und „Wann?“. Eben diese Struktur1 erscheint mir auch als ein hilfreicher Rahmen, die Details einer anzusetzenden Besprechung bereits im Vorfeld zu hinterfragen – im Interesse effizienterer, produktiverer, vielleicht gar „leaner“ Meetings (vgl. hier):
Was ist das [eine] Ziel des Meetings? Die oft gehörte Regel, jede Besprechung bedürfe einer Agenda, halte ich tatsächlich für unrichtig: Was eine Besprechung wirklich braucht, ist ein Ziel (vgl. hier) – möglichst nur genau eines (vgl. hier) und idealerweise auch ein einigermaßen „SMARTes“2.
Warum ist dieses Ziel (und damit das Meeting) relevant? Wichtig erscheinen mir an dieser Stelle zwei Aspekte:
- Der Bezug zum Ziel: Nicht nach dem „Warum“ der Besprechung selbst (als ein Mittel zum Zweck), sondern nach dem „Warum“ bzw. der Relevanz des Meeting-Ziels zu fragen, mag auf den ersten Blick spitzfindig erscheinen, fokussiert aber m. E. gedanklich vom möglichen Weg (dem Meeting) weg hin zum eigentlichen Ziel – und lässt ganz nebenbei bemerkt auch offen, ob eine Besprechung der beste Weg zur Zielerreichung ist.
- Der [Kunden-]Nutzen, der durch Erreichen des Meeting-Ziels wirklich entsteht: Kann ich die Frage „Was ist nach der Besprechung [für den Kunden] besser als vorher?“ nicht wirklich sicher beantworten, habe ich offenkundig keine sichere Antwort auf das „Warum?“ – und brauche ich zur Beantwortung dieser Frage das Hilfskonstrukt des „internen Kunden“, befinde ich mich vermutlich auf einem Irrweg (vgl. hier).
Wer ist zur Erreichung dieses Ziels notwendig? Wen brauche ich wirklich für die Erreichung des Besprechungs-Ziels? Wer ist vielleicht nur passiv beteiligt und könnte ebenso gut im Anschluss an das Meeting auf anderem Wege informiert werden? Und: Steht der Personalaufwand in irgendeinem angemessenen Verhältnis zum zu erwartenden Ergebnis? Gerade zu letzterer Frage werden oft schwindelerregende Rechnungen aufgemacht3 – und anschließend weitgehend ignoriert, ist das Meeting doch zwingend notwendig und sind die hohen Kosten ja meist weitgehend „Eh-da-Kosten“. Diese Haltung ignoriert allerdings vollständig die Opportunitätskosten – und das dürfte in den seltensten Fällen sinnvoll sein: Eine Organisation, in der wirklich alle Teilnehmer nichts wirtschaftlich Attraktiveres zu tun haben, als in Meetings zu sitzen, dürfte in den meisten Fällen ein massives Problem haben – außer, das jeweilige Besprechungs-Ziel und der jeweilige individuelle Beitrag dazu sind wirklich hochrelevant.
Meetings bewusst auf genau ein Ziel/Thema zu begrenzen, erlaubt übrigens, den Teilnehmerkreis viel gezielter zu begrenzen (vgl. hier).
Wann muss das Ziel erreicht worden sein? Die meisten Menschen terminieren ein anzusetzendes Meeting einfach zum für die Beteiligten nächstmöglichen Zeitpunkt – was sich einerseits häufig als schwierig erweist und andererseits auch nicht zwingend das sinnvollste Vorgehen ist. Nur in sehr dringenden Fällen wird m. E. wirklich darüber nachgedacht, welche Wartezeit auf die Erreichung des Besprechungs-Ziels wirklich wirtschaftlich sinnvoll bzw. vertretbar ist. Für jede einzelne Besprechung über die tatsächliche Cost of Delay nachzudenken, erscheint mir extrem sinnvoll: Was entgeht mir an Erträgen oder was entsteht wirklich an zusätzlichen Kosten, während auf das Stattfinden des Meetings bzw. dessen Ergebnis gewartet wird?
Ein möglichst kleiner Teilnehmerkreis (s. o.) ermöglicht übrigens ganz nebenbei auch eine einfachere Terminfindung und hilft so, den „Delay“ und damit die Cost of Delay zu reduzieren – und darüber, dass man wirklich jedes Meeting timeboxen sollte (vgl. hier), habe ich m. E. schon hinreichend geschrieben.
Wo sollte das Meeting am besten stattfinden? Ein Meeting in Präsenz stattfinden zu lassen, verursacht potenziell Reisezeiten und ‑kosten oder zumindest Aufwand für diejenigen Teilnehmer, die normalerweise im Homeoffice arbeiten. Dass diese Aufwände minimiert werden sollten, sofern sie nicht eindeutig gerechtfertigt sind – falls also die physische Anwesenheit für die [effiziente] Erreichung des Besprechungsziels nicht tatsächlich unabdingbar ist – erscheint mir naheliegend.
Fußnoten:
- ↑ Eine kurze Web-Recherche (Google) fördert übrigens verschiedenste Ansätze zutage, mit vier oder fünf „W‑Fragen“ Meetings zu strukturieren oder zu hinterfragen.
- ↑ „Specific, Measurable, Achievable, Reasonable, Time-bound“; vgl. bspw. <https://projekte-leicht-gemacht.de/blog/methoden/projektziele/die-smart-formel/> (15.03.2026).
- ↑ Vgl. bspw. <https://www.wiwo.de/erfolg/management/kosten-fuer-meetings-koennen-sie-sich-diese-besprechung-ueberhaupt-noch-leisten/29256250.html> (15.03.2026).

