Der rechte Stift zur rechten Zeit

Whiteboard- und Flipchart-Stifte auf PapierDass es keine gute Idee ist, mit einem Per­ma­nent­mar­ker auf einem White­board zu schrei­ben oder zu zeich­nen, ist all­ge­mein bekannt. Weni­ger bekannt ist, dass auch die umge­kehr­te Zweck­ent­frem­dung min­de­stens der Qua­li­tät der Visua­li­sie­rung und oft auch dem Stift scha­det: Mit einem White­board-Mar­ker auf (Flipchart‑)​Papier zu schrei­ben, hat ungün­sti­ge Fol­gen – die Farbe deckt kaum, der Mar­ker ent­leert sich extrem schnell und die Filz­spit­ze nutzt meist sehr schnell ab.

Betrach­tet man den Unter­schied zwi­schen Flip­chart- und White­board-Stif­ten, wird schnell klar, warum:

  • Flip­chart-Mar­ker sind „klas­si­sche” Filz­stif­te: Die far­bi­ge Schreib­flüs­sig­keit ist dafür gedacht, vor dem Trock­nen in das Papier ein­zu­zie­hen; im Ver­gleich zum White­board-Mar­ker wird rela­tiv viel Tinte abge­ge­ben. Das Papier „zieht” die Tinte durch seine Saug­fä­hig­keit (bzw. sei­ner Kapil­la­ri­tät) quasi aus dem Stift. Die Filz­spit­ze ist dafür gedacht, über raues Papier zu glei­ten, und rela­tiv hart.
  • In ein White­board zieht nichts ein, ein White­board ist im Gegen­satz zu Papier nicht saug­fä­hig. Die Schreib­flüs­sig­keit trock­net auf der White­board-Ober­flä­che und ein in der Flüs­sig­keit gelö­stes Harz ver­klebt die Farb­par­ti­kel zu einem abwisch­ba­ren Film (zur White­board-Rei­ni­gung vgl. hier). Da nichts ein­zieht, die Farbe aber schnell trock­nen soll, gibt der Stift ver­gleichs­wei­se wenig Farbe ab. Die Spit­ze des Stif­tes ist dafür aus­ge­legt, über die extrem glat­te White­board-Ober­flä­che zu glei­ten und meist eher wei­cher.

Die Fol­gen die­ses Unter­schieds: Schreibt man mit einem White­board-Mar­ker auf Papier, „saugt” das Papier große Men­gen von für Papier unge­eig­ne­ter Schreib­flüs­sig­keit aus dem Stift. Der Stift ent­leert sich schnell – ohne, dass die für das White­board kon­zi­pier­te Harz-Par­ti­kel-Mischung das Papier wirk­lich deckend färbt. Die rela­tiv wei­che Filz­spit­ze des Stif­tes nutzt zudem auf Papier schnell ab.

Permanent-, Flipchart- und Whiteboard-Marker - AnwendungszweckeDie Ver­wechs­lung von White­board- und Flip­chart-Mar­kern ist am Flip­chart sicher­lich viel weni­ger fatal als am White­board – aber den­noch lohnt es sich, den rich­ti­gen Mar­ker zu wäh­len:

  • Am White­board soll­te man aus­schließ­lich White­board-Mar­ker ver­wen­den – m. E. bevor­zugt sol­che mit Tin­ten­tank (vgl. hier).
  • Am Flip­chart soll­te man Flip­chart-Stif­te oder ggf. Per­ma­nent-Mar­ker („Eddings”) benut­zen – aber sofern es sich irgend­wie ver­mei­den lässt keine White­board-Mar­ker. 
  • Für das Leg­a­ma­ster Magic-Chart (und ande­re foli­en­ba­sier­te „pro­vi­so­ri­sche Flip­charts”) eig­nen sich m. E. Per­ma­nent-Mar­ker am besten (vgl. hier).
  • Schrei­ben soll­ten Sie übri­gens mög­lichst immer mit Stif­ten mit Keil­spit­ze (vgl. die Schrift­ta­bel­le unter „Down­loads zum Buch”).

Nicht ver­ges­sen soll­te man zudem: Stif­te sind ent­we­der leer oder geklaut – brin­gen Sie immer Ihre eige­nen Stif­te mit!

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