Warum ich Fotoprotokolle wichtig finde

Manch einen wird der Stel­len­wert, den ich dem Thema „Foto­pro­to­kol­le“ in die­sem Blog (vgl. hier) und auch im Buch ein­räu­me, irri­tie­ren – wird doch die­ser Aspekt in den meis­ten ande­ren Visua­li­sie­rungs-Büchern höchs­tens am Rande betrach­tet. Es mag wie eine Marot­te von mir wir­ken, aber den­noch: Foto­pro­to­kol­le sind m. E. ein ent­schei­den­der Fak­tor für die Wirk­sam­keit visu­el­ler Kom­mu­ni­ka­ti­on und Kogni­ti­on:

Henry Gray (1825–1861). Anatomy of the Human Body (1918): Cell of Purkinje from the cerebellum. Golgi method. (Cajal.) a. Axon. b. Collateral. c and d. Dendrons.

Dass das Visu­el­le als zusätz­li­cher „Kanal“ zum Schrift­lich- oder Gespro­chen-Sprach­li­chen sinn­voll und wirk­sam ist, ist eine Bin­sen­weis­heit der Päd­ago­gi­schen Psy­cho­lo­gie. Eben­so ist es aber eine (noch viel älte­re) Bin­sen­weis­heit der Päd­ago­gik, dass Wie­der­ho­lung (Repe­ti­ti­on) wirk­sam ist. Zusätz­li­che „Kanä­le“ – also Bil­der und vor allem übri­gens auch Emo­tio­nen – erzeu­gen zusätz­li­che asso­zia­ti­ve „Pfade“ zur im Gehirn gespei­cher­ten Infor­ma­ti­on, Wie­der­ho­lung ver­brei­tert diese Pfade – aus schma­len Tram­pel­pfa­den wer­den brei­te Wege und spä­ter womög­lich Auto­bah­nen (Klaus Grawe); ihnen ist im unüber­sicht­li­chen Dickicht der Infor­ma­ti­on zuneh­mend ein­fa­cher zu fol­gen.

Des­we­gen sind (kom­men­tier­te, vgl. hier und hier) Foto­pro­to­kol­le m. E. wirk­sam und hel­fen, Trai­nings- und Work­sh­op­er­geb­nis­se nicht nur „für das Archiv“ zu doku­men­tie­ren, son­dern auch in den Köp­fen der Teil­neh­mer nachhaltig(er) wir­ken zu las­sen: Die Wie­der­ho­lung nicht nur anhand der sprach­li­chen Inhal­te, son­dern auch anhand der glei­chen Bilder​1 (in Form von Fotos) fes­tigt die asso­zia­ti­ven Pfade und ver­lang­samt das ohne Zwei­fel schnel­le „Zuwach­sen“ im Dickicht des zuneh­mend wuchern­den Infor­ma­ti­ons­dschun­gels.

Fuß­no­ten:

  1.  Um den Pfad zu ver­tie­fen, muss ich ihm mög­lichst exakt fol­gen. Stark ver­än­der­te oder gar nach­ge­zeich­ne­te Bil­der pro­du­zie­ren eher Par­al­lel­pfa­de als das sie den Pfad ver­brei­tern; er wird nicht erkenn­ba­rer.

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